Ein nostalgisches Garagentor passend zu einem alten Fachwerkhaus selbst bauen

Unten im Bild kann man im Hintergrund des Rabeneick Mopeds noch das alte Garagentor erkennen. Es ist ein handelsübliches Schwingtor aus Blech. Da ich dieses Blechtor damals schon hässlich fand, schraubte ich vor Jahren Profilbretter im Fischgrätenmuster an dieses Tor. Das tat ich auch nur, weil mein Miteigentümer sein Tor so gebaut hatte. Um die Gesamtansicht einigermassen Harmonisch zu halten, schraubte ich also damals die Nut- und Federbretter an das Blechtor.

Ich wusste aber damals schon, dass ich noch etwas nach meinen Vorstellungen bauen würde. Als ich mit meinem Gartenzaun fertig war fand ich diese freundliche helle Auflockerung der Ansicht so gelungen, dass ich zu mir selbst sagte: "Jetzt warte nicht lange, sondern mach gleich weiter". Das tat ich dann auch.

Zunächst riss ich die gesamten schwarzen Schieferplatten von der Fassade der Nebengebäude. Dann entkernte ich das Garagentor. Die gesamte Fassade der Nebengebäude inklusiv der Garage sind auch mit den gelben Klinkern gemauert, wie die Zaunpfähle es waren. Ich verputzte zuerst alles mit Hagalith-Aussen. Dann fing ich langsam an:


rabeneick-von-1955-_200.jpg

 
Also zuerst einmal wieder zu meinem Holzhändler. Jetzt dürfen Sie raten, was ich da kaufte...???  ...Richtig..., Gerüstbohlen, was denn sonst?
Denn schliesslich soll später alles nach schönem Fachwerk aussehen. Also nun ging es los: Die Seitlichen (Ständer) schnitt ich in der Breite auf 150 Millimeter. Den oberen Abschluss (Gerüstbohle) schnitt ich 10 Zentimeter länger als die Breite des Tores, denn schliesslich sollte das Fachwerk auch eine Verzapfung bekommen, wie es früher üblich war.

Danach schnitt ich mit der Stichsäge eine Rundung in die obere quersitzende Bohle. Denn das Tor soll später eine Rundung erhalten. Zur Anschauung hier ein Foto vom Anfang der Arbeiten:



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Foto oben: Das alte Garagentor, das ich erst ausbaue, wenn alles fertig ist. Links und rechts Gerüstbohlen, auf 150 mm. Breite gekürzt. Oben die Gerüstbohle mit der Rundung. An den Scharnieren für das neue Tor habe ich nicht gespart.



Wie wir alle wissen, kann Holz im Laufe der Zeit arbeiten. Durch wechselnde Temperaturunterschiede, usw.  Um späteren Problemen aus dem Weg zu gehen habe ich Scharniere gekauft, die man mit einem 24er Schlüssel einstellen kann. Ich kenne Probleme von Bekannten, die ihr Tor abschleifen mussten, weil es nach einiger Zeit gehangen hat, und es nicht mehr richtig schloss.

Zum Befestigen der Scharniere nahm ich das beste, was es zur Zeit auf dem Markt gibt: Nämlich Beton- Einschlaghülsen. 10er Loch bohren, 8er Gewindehülsen einfach wie einen Dübel in das Mauerwerk schlagen. Nun besorgte ich mir 8er Gewindestangen. Man nehme zwei 8er Muttern, schraubt sie auf die Gewindestange, kontern, und dann die Gewindestange in die Einschlaghülse schrauben, bis zum Ende. (Funktioniert wie ein handelsüblicher Dübel).

Nun braucht man nur noch die Gewindestange an der erforderlichen Stelle abflexen. Fertig...!  Pro Scharnier vier mal, also alles in allem 16 mal für das gesamte Scharniersystem. Ein Tipp: Verwenden Sie niemals Kunststoffdübel, denn die lösen sich nach der Zeit. Es wäre schlimm wenn man sich solche Mühe gibt, und nachher Probleme mit der Schliessung des Tores hat.

Die Verzapfung

Um alles auch nach alter "Fachwerksitte" aussehen zu lassen, habe ich die obere quersitzende Bohle mit Zapfen versehen. Die Fachwerständer braucht man nur noch anzeichnen, und nach der oberen Bohle ausschneiden, und anzupassen. Das gibt später dem ganzen Gesamtbild noch einen Hauch Nostalgie. Wenn wir es machen, dann auch wie früher, ...oder...?




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Foto oben: Die Fachwerk-Verzapfung zur späteren idealen Ansicht.




 Die Unterkonstruktion des Tores



Genau da taten sich Probleme auf. Denn die Türbänder (die man in das Scharnier einhängt), befestigt man normalerweise von aussen. Aber genau das wollte ich "nicht". Ich möchte auf keinen Fall diese hässlichen "Baumarkt - Scharnierbänder"  später sehen müssen.

Das bedeutet aber wieder mehr Arbeit. Das war mir egal, dann wird das Tor eben eine oder zwei Wochen später fertiggestellt. Nun bin ich hier acht Jahre am Basteln, da wird es auf eine Woche bestimmt nicht ankommen. Und ausserdem würde ich mich Zeit meines Lebens über diesen Anblick ärgern.

Ich möchte das Tor von aussen "glatt" haben, denn später sollen hier schmiedeeiserne Beschläge zur Wirkung kommen. Da kann ich diese Baumarkt-Beschläge bestimmt nicht als Ansicht wünschen.





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Foto oben: Die Unterkonstruktion des Garagentores (Gerippe).  Darauf kommen später die Nut- und Federbretter, die die eigentliche Ansicht geben sollen.  Mein Problem: Die Scharnierbänder (oben im Bild), sollen später optisch verschwinden. Auf keinen Fall möchte ich diese Türbänder später sehen müssen.  Genau das bedeutet wieder "Mehrarbeit". 


Das bedeutet,  dass ich nun Brett für Brett an den erforderlichen Stellen (in der Höhe des Scharnierbandes) von hinten aushohnen muss, damit ich später ein gerades Gesamtbild erhalte. Aber da die Bretter 19 Millimeter stark sind habe ich genug Material (Fleisch) das ich bearbeiten kann, ohne das Material zu sehr zu schwächen.




Das Garagentor. Noch nicht ganz fertig, aber man kann schon das Ergebnis erkennen.


DSCF2752.JPG

Foto oben: Das fast fertige Garagentor, wie ich es mir vorgestellt habe. Das alte Blechtor ist mittlerweile ausgebaut, und liegt auf dem Hof. Das muss ich jetzt nur noch einmal durchflexen, damit es in meinen Bulli passt, und ich es endlich zum Schrotthändler bringen kann. Ein Ende der Arbeiten am Garagentor ist nun in Sicht.


Bei dem Holzhändler meines Vertrauens kaufte ich mir Nut- und Federbretter. 19 Millimeter stark, und ca. 110 Millimeter breit. Es sind Fasenbretter. Innen liegen diese Bretter absolut aneinander, und aussen bildet eine kleine Fase die Struktur. Genau so wollte ich das Endergebnis haben. Es sollten keine Türbänder zu sehen sein, und das Gesamtkonzept sollte harmonisch wirken. Alles sollte wie ein Tor von früher aussehen.

Ich glaube, das ist mir bis jetzt gelungen. Aber das Tor ist ja noch nicht fertig. Um Das Garagentor optisch von dem Rahmen des Tores zu trennen, besorgte ich mir schwarze Winkelleisten aus Kunststoff aus dem Baumarkt. Diese passte ich dem Tor (mit schwarzem Silikon, und kleinen Schrauben) den Rundungen des Tores an.

Was fehlt denn jetzt noch ?



Jetzt sieht man wirklich nur noch die Scharniere des Garagentores. Das gesamte Tor ist jetzt von aussen, wie ich es haben wollte. Es sieht halt jetzt schon aus, wie ein Garagen- oder Scheunentor aus vergangenen Zeiten. Aber das kleine Tüpfelchen zum endgültigen nostalgischen Garagentor fehlt jetzt noch....


Die Torbeschläge...!!!


Was ich nun noch gemacht habe, dient nur noch der besseren Optik. Ich wollte jetzt noch Beschläge für mein Tor. Wenn es geht, in Schmiedeeisen-Optik. Möglichst Kostengünstig, und mit einfachen Mitteln schnell selbst gebaut.

Mir kam eine absolut einfache Idee:  Im gut sortierten Eisenwarenhandel bekommt man Flacheisen. Hier gibt es verschiedene Modelle. Kreuzgehämmert, oder zum Beispiel Wellenschliff. Ich kaufte mir eine Stange Flacheisen von drei Metern Länge. 40 Millimeter breit, 5 Millimeter stark, Wellenschliff, und zahlte dafür 12 Euro.

Aus dieser Stange Flacheisen flexte ich mir vier Stücke von 700 Millimetern Länge. Nun besorgte ich mir noch vier Karosseriescheiben grösserer Dimension. (M22, oder M24). Nun flexte ich jede Karosseriescheibe genau in der Mitte durch. Ich hatte nun also acht halbe K-Scheiben.

Je zwei halbe K- Scheiben schweisste ich nun an das Ende eines Flacheisens. Mit der Schruppscheibe der Flex nur noch die Schweissnähte polieren, und die Ecken der K- Scheiben etwas abrunden. Jetzt nur noch Löcher bohren, mit einem grösseren Bohrer die Bohrlöcher ansenken, und fertig waren meine Beschläge.  Das ganze lackierte ich mit der Sprühdose in Schwarz Matt. Diese Arbeit war in knapp zwei Stunden erledigt, und kostete mich inklusiv Farbe cirka 25 Euro.




So, endlich fertig




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Ich denke, dieses nostalgische Tor kann sich durchaus sehen lassen. Es ist immer wieder erstaunlich, was man mit wenigen Mitteln selbst erschaffen kann. Dieses Tor ist bereits der "Blickfang" des Hofes. Aber jetzt geht es weiter, denn rings um dieses Tor, und an der restlichen Fassade der Nebengebäude soll nun noch altes Fachwerk entstehen. Die Felder des Fachwerks sollen dann noch mit schönen Riemchen ausgemauert werden. Auch diese folgenden Arbeiten werde ich nach und nach dokumentieren.





Nun zu den Kosten für dieses Garagentor aus Holz:  Vorweg muss ich nun eines sagen: Der Vater meiner Freundin ist LKW- Fahrer. Ab und zu transportiert er auch Stahlträger eines nahegelegenen Stahlwerkes (Salzgitter- Stahl). Als Unterlage während des Transportes werden Holzbalken (meistens sogar aus Hartholz) verwendet.

Regelmässig beliefert er mich mit Holz, dass ich zersäge, und in unserem Kamin verfeuere. Aber so mancher Balken ist mir einfach zu schade zum verfeuern. Deshalb hebe ich die guten Balken immer auf, und so manches Stück Holz ist schon in den Umbau meiner Wohnung investiert worden. Für die Unterkonstruktion meines Garagentores brauchte ich kein Holz kaufen. Hier sind die Balken meines "Schwiegervaters in spe´" zum Einsatz gekommen. Deshalb werde ich bei der folgenden Kalkulation für diese Balken einen "Schätzwert" angeben müssen:




Gerüstbohlen (Fi/Ta Bohlen) 30 mm stark, 250 mm. breit, 5 Meter länge                   2 Stück                               23,66  Euro
Ladenbänder aus dem Baumarkt, 800 Millimeter lang, Einzelpreis 9,99 Euro                 4 Stück                               39,96     "
Scharniere aus dem Baumarkt. Verstellbar. Einzelpreis 11,99                                     4    "                                   47,96     "
Schlossschrauben 8 X 60      1 Paket                                                                   25    "                                    7,99     "
Fasenbretter nordische Fichte, 19,5 Millimeter stark, 121 Millimeter breit
Länge 5,10 Meter                                                                                             12 Stück                               90,22 Euro
Gewindestange M8, Länge 1 Meter                                                                       2    "                                    3,71    "
Beton- Einschlaghülsen M8 (10er Loch bohren)                                                      16   "                                   17,90    "
Nun kommen die Balken, die ca. 40 Millimeter stark sind, und 100 Millimeter
breit sind. Für dieses Garagentor (2,10 hoch, und 2,20 breit) braucht man
in etwa 18 Meter (Verschnitt mitgerechnet). Ich habe mich informiert, und
hätte bei meinem Holhändler dafür bezahlt:                                                                                                      32,40   "
Hinzu rechne ich nun noch Kleinmaterial, wie: Stichsägeblätter, Holzleim,
Torxxschrauben, Schleifpapier, usw.                                                                                                                30,00   "
Nicht zu vergessen das Holzöl. Für das gesamte Garagentor bin ich mit einem
Eimer Lärche - Douglasie ausgekommen                                                                                                           50,58   "
                                                                                                                                                             ___________

                                                                                                                                                               344,38  Euro


Wer es (wie ich) noch etwas nostalgischer haben möchte, der baut sich die schmiedeeisernen Torbeschläge auch noch selber. Dann muss man noch einmal ca. 25 Euro an Materialkosten hinzurechnen.

Haben Sie Fragen, oder Anregungen? Dann mailen Sie mir doch einfach.









Wenn man etwas erreichen will, kann man dies auch schaffen. Man braucht nur die nötige Fantasie, um sich etwas in vollendeter Form vorstellen zu können. Man muss ein Bild vor Augen haben. Ideen, oder etwas ähnliches schon einmal gesehen haben.  Dann steht dem Unternehmen in jeder Hinsicht nichts mehr im Weg. Auch wenn die Freunde und Bekannten sagen, man soll es lassen, soll man sich nicht beirren lassen. Man muss es sich nur selber zutrauen, etwas eigenes zu erschaffen. Wenn man aber zwei linke Hände hat, und die Finger alles Daumen sind, sollte man wirklich von solch einem Vorhaben Abstand nehmen.

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