Ein Vorwort zu meiner Person



Es muss schon sehr früh geschehen sein, dass mich etwas sonderbares geprägt hat. Nämlich die Zuneigung zu Produkten oder auch Bauten aus vergangener Zeit. Es hat mich seit ich mich erinnern kann überaus fastziniert wie damals die Produkte hergestellt wurden, und mit welchen Mitteln die Menschen damals zurechtkommen mussten. Mit den primitivsten Werkzeugen schufen diese Menschen damals "wahre Denkmäler", die heute noch ihres gleichen suchen, und wohl nie finden werden.

Meine Mutter erzählt heute noch, dass ich damals als fünfjähriger Junge bei einem Spaziergang vor einem alten unbewohntem Fachwerkhaus stehen blieb. Ich schaute durch die Fenster des alten Hauses, und war total begeistert. Die Decken waren niedrig, und die Fussböden waren mit alten Dielen belegt. Ich sagte damals zu meiner Mutter "Mami, in so einem Haus möchte ich später mal wohnen"

Dieses Haus steht schon lange nicht mehr. Es entstand damals in den sechziger Jahren dort ein "Neubaugebiet", und diese alten Denkmäler wurden achtlos weggerissen. Das Wort Denkmalschutz hatte damals noch nicht diese Bedeutung wie es heute vielleicht der Fall ist. Man muss anderherum gesehen aber auch erst einmal einen Käufer für eine solche "Ruine" finden.


Wie alles begann. Mein Vater, der KämpferIch bin das jüngste von drei Kindern meiner Eltern. Wir wurden sehr streng, aber gerecht erzogen (so sehe ich es heute).  Mein Vater war ein wahrer Kämpfer. In jeder Hinsicht. Boxer, Ringer, in beiden Disziplinen mehrere Meisterschaften erfolgreich bestritten. Ich hatte nie Angst, aber immer den nötigen Respekt vor ihm.

Als ich vierzehn Jahre alt war, sagte ich einmal zu ihm: "Papa, ich möchte mit fünfzehn eine Mofa fahren". Die Antwort meines Vaters war ganz klar und deutlich:

Mein Vater sagte: "Natürlich kannst Du mit fünfzehn eine Mofa haben, aber die musst Du dir erst einmal verdienen". Wirklich jeden Tag nach der Schule fuhr ich mit dem Fahrrad die sieben Kilometer zu dem Betrieb meines Vaters (Gabelstapler- Reparaturbetrieb).


Foto links: Unser Vater, wie er mit seiner Selbstständigkeit begann. In einer alten Scheune auf einem Dorf. Das Foto zeigt ihn, wie er sich am wohlsten fühlte. In Arbeitsklamotten, und dem Schraubenschlüssel in der Hand. Links im Bild ist "Hubi" zu erkennen.





So%20fing%20es%20an%202.jpgDort reparierte ich schon mit zwölf Jahren Gabelstapler. Ich bekam dort fünfzig Pfennig pro Stunde. Das Geld wurde nicht täglich ausgezahlt, sondern das Guthaben wurde in ein kleines Büchlein eingetragen. Wenn ich mir dann etwas kaufen wollte, musste ich auch sagen wofür ich das Geld brauchte.  Mein Berufswunsch war damals auch schon klar. Kfz-Mechaniker, was denn sonst?

Mein Bruder ist vier Jahre älter als ich. Er hat die ganzen Jahre noch viel intensiver erlebt als ich. Auch er erlernte den Beruf des Kfz-Mechanikers. Nach der Lehre fing er dann im väterlichen Betrieb an, und reparierte Gabelstapler in der Werkstatt, und im Aussendienst mit dem Werkstattwagen.



Foto rechts: Das ist Hubi. Ein Hubwagen mit einem Rutmann- Aufbau. Er diente zum Transport von Gabelstaplern. Das Führerhaus war von Hanomag-Henschel. Er hatte einen Benzinmotor von der Firma Austin. Beladen mit einem ordentlichen Gabelstapler tat sich Hubi vor allem bergauf oftmals sehr schwer.




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Fotos oben und unten: Werkstattwagen VW Bus geschlossener Kasten. Schade, denn es fing damals mit einem VW Bus T1 an. Leider habe ich im Nachlass meines Vaters keine Fotos von diesem Werkstattwagen mit geteilter Scheibe mehr gefunden.



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207D.jpgModern ging es weiter. Mit einem 207 D von Mercedes (eine Grotte). Zwar günstig erstanden, aber auch etwas rostig.








Foto links:  "Papi, darf ich Deinen Werksattwagen lackieren?"  Um den Rost und die Beulen zu entfernen schliff und spachtelte ich, was das Zeug hielt. Ich suchte mir Farbreste zusammen, und fand drei verschiedene Blautöne. In echter "Starsky & Hutch" - Manier lackierte ich diese Blautöne. Wovon man heute Augenkrebs kriegen würde, war damals Hochmodern. (Vielleicht hätte mein Vater aber auch nur "nein" sagen sollen)





Probefahrt.jpgEin Gabelstapler TCM FD 20. Mein Vater nahm ihn bei dem Verkauf eines Neugerätes als ein Haufen Schrott in Zahlung.

Gemeinsam mit meinem Bruder verwandelten sie diesen Haufen Schrott mit der Überholung sämtlicher Einzelteile praktisch in ein Neugerät. Die Lackierung übernahm auch mein Bruder den ich immer bewunderte, und noch heute bewundere. 

Dieser Vorher/Nachher- Effekt ist es, was mich schon immer fasziniert hat. Geht nicht, gibts nicht.



Foto rechts: Die erste Probefahrt mit dem Stapler durfte ich übernehmen. Im Hintergrund kann man ganz wage die Haare unserer Mutter erkennen. Wahrscheinlich standen die ihr gerade zu Berge. Denn ihr war immer ganz mulmig, wenn ich als kleiner Bengel mit dem Stapler (oder auch Auto) über den Betriebshof peste.



Wahrscheinlich habe ich jetzt etwas zu weit ausgeholt. Jedenfalls kann ich für mich sagen, dass ich sehr vieles meinen Eltern zu verdanken habe.  Als Kind sieht man das anders. Wenn meine Freunde spielten, mussten wir helfen.  Geschadet hat das uns allen nicht, so sehe ich es heute. Sie haben uns den nötigen Respekt beigebracht, und uns Gott sei Dank "nicht" zu Handwerks-Legastenikern erzogen.

Mit wenigen Mitteln etwas bauen, das Basteln an Maschinen egal welcher Art. Tüfteln, improvisieren, etwas selbst bauen, wenn ein Ersatzteil nicht mehr lieferbar war. All das haben wir Kinder zweifelsfrei unseren Eltern zu verdanken. Damals oft verflucht, danke ich heute für das Übermitteln dieser Tugenden meinen Eltern.

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Michael Bamberg


 

 

Wenn man etwas erreichen will, kann man dies auch schaffen. Man braucht nur die nötige Fantasie, um sich etwas in vollendeter Form vorstellen zu können. Man muss ein Bild vor Augen haben. Ideen, oder etwas ähnliches schon einmal gesehen haben.  Dann steht dem Unternehmen in jeder Hinsicht nichts mehr im Weg. Auch wenn die Freunde und Bekannten sagen, man soll es lassen, soll man sich nicht beirren lassen. Man muss es sich nur selber zutrauen, etwas eigenes zu erschaffen. Wenn man aber zwei linke Hände hat, und die Finger alles Daumen sind, sollte man wirklich von solch einem Vorhaben Abstand nehmen.

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